Von allem einbisschen

12. Juni 2010

SEHR lange habe ich keinen Blogeintrag mehr gemacht, aber die letzte Zeit, in der ich irgendwie immer beschaeftigt und/oder unterwegs war, ist fuer mich einfach so schnell vergangen, und ich habe nicht wirklich Zeit gefunden wieder einmal zu berichten.
Seit meinem letzten Eintrag ist wie gesagt viel Zeit vergangen und viel passiert. Ich war in der Zwischenzeit in den USA, wo ich meine Mama, meinen Bruder und meine Schwester wiedergesehen habe. Die 10 Tage in den USA, die wir sowohl in New York und Washington D.C. verbracht haben, waren einerseits sehr schoen, da ich meine Familie nach 8 Monaten endlich wiedergesehen habe, andererseits war es fuer mich der vollkommene Gegensatz zu meinem Gemeindeleben hier in Ecuador. Alles war gross, modern, sehr viele Hochhaeuser, viele bunte Lichter, zu jeder Uhrzeit Menschen auf den Strassen, abwechslungsreiches Essen,… Es war beeindruckend, aber beeindruckend fuer mich selber war, wie sehr ich mich an mein Leben hier und an die anderen Verhaeltnisse gewoehnt habe, so dass eigentlich alltaegliche Dinge wie z.B. warmes Wasser aus dem Wasserhahn, die ich aus Deutschland gewoehnt bin, einen WOW-Effekt bei mir hervorgerufen haben. Ich konnte Vienna, den Ort, den meine Schwester zur Zeit ihr zu Hause nennt. und ihre netten Gasteltern und die suessen Kinder, auf die sie aufpasst, kennenlernen.  
Nach 10 schoenen und vorallem sonnigen Tagen hiess es dann wieder Abschied nehmen und  zurueck von der Grossstadt in meine laendliche Gemeinde und die Schule, worauf ich mich aber auch gefreut habe, denn meine Kinder sind mir schon so ans Herz gewachsen, dass ich sie echt vermisst habe.

Mit Jette und Lisa bin ich (wieder mal) in Banos gewesen und wieder mal war es der pure Spass!
Diesmal sind wir Quad und Motorrad gefahren, aber das Beste war das Canyoning, bei dem wir 4 Wasserfaelle runtergeklettert sind. Obwohl wir alle 3 manchmal wirklich Angst hatten, weil man sich immer alleine abseilen musste und nie wusste, wo man hintritt, hat es richtig viel Spass gemacht und wir haben viel gelacht.

Zum ersten Mal seit dem ich in Ecuador bin, hat es mich auch erwischt und ich musste eine Woche, in der es wieder einen ziemlich heftigen Streik gab, bei dem die Indigenas die Panamericana blockiert haben und so natuerlich den ganzen Verkehr lahmgelegt haben, um die Privatisierung des Wassers zu verhindern, im Bett verbringen, um meine Hals- und Ohrenentzuendung auszukurieren. Mittlerweile bin ich wieder fit, und muss gluecklicherweise nicht mit Parasiten, Laeusen, oder sonstigen Tieren, unter denen viele andere Volontaere leiden, leben.

Ende Mai fand von Cielo Azul aus unser Abschlussessen mit den Mentoren statt, bei dem wir eine alte Tradition der Indigenas kennengelernt haben: Pacha Manga (Kichwa für „Erdtopf“). Wir kochten, wie die Vorfahren, in der Erde.
Kurz erklaere ich euch wie das Ritual ablaeuft: Zuerst braucht man ein großes aber nicht zu tiefes Loch und saubere große (weibliche) Steine und viel Feuerholz. Die Steine werden in das Feuerholz eingebaut und im Feuer erhitzt, bis das Feuer runter gebrannt ist. In der Zeit werden das Loch und das Essen vorbereitet. Dann werden die heißen Steine aus dem Feuer geholt und einige davon in das Loch geschmissen. Sie werden mit Blaettern abgedeckt und schliesslich kommen die Kartoffeln in den großen Erdtopf. Nächste Schicht Steine, Kohlblaetter und diesmal Maiskolben. Wieder Steine, Kohl und dann Bohnen,Erbsen, Kochbananen und ganz zum Schluss legen wir noch das in Kohlblätter eingewickelte Fleisch dazu und alles wird wieder mit reichlich Kohl zugedeckt. Unser Erdtopf wird mit einem grossen Tuch abgedeckt und auf das Tuch schuetten wir Erde, so dass nichts vom Dampf nach außen dringt. Darauf folgt der langweiligste Teil: 1½-2 Stunden warten.
Doch das Warten hat sich geloohnt, denn nachdem wir die Erde und das Tuch entfernt haben, schlägt uns ein wunderbarer Geruch entgegen. Immer Bedacht, keine Erde ins Loch zu treten, holen wir unser Essen heraus, gar nicht so einfach, denn alles ist kochend heiß. Ein Rest wird der Erde zum Dank liegen gelassen. Das Essen schmeckte, obwohl ganz ohne Gewürze, fantastisch und jetzt weiss ich auch, wie die Vorfahren gekocht haben, als sie auf der Flucht und ganz ohne Töpfe waren.

Mittlerweile ist auch schon die Zeit, in der meine Schwester und meine Mama mich hier in Ecuador besucht haben, vergangen. Mit ihnen war ich viel auf Reisen, habe ihnen mein derzeitiges Zuhause, meine Gastfamilie, meine Gemeinde Camuendo, die Schule und das Leben in Otavalo gezeigt. Leider konnten beide nur wenige Tage hier in Ecuador verbringen und trotzdem war die gemeinsame Zeit sehr schoen, und ich bin froh, dass sie einen realistischen Einblick in das Leben hier gewinnen konnten, denn ich glaube, nur aus den Erzaehlungen, ist es schwer, sich wirklich vorzustellen, wie das Leben hier verlaeuft.

In der Schule laeuft es sehr gut. Als letztes habe ich mit den Kindern aus dem Kindergarten und aus dem 4. Nivel Kisten, die ich anfertigen lassen habe und in denen jetzt die ganzen Spielsachen aufbewahrt werden, bemalt. Es hat ihnen super viel Spass gemacht, da es eine Abwechslung zum normalen Unterricht war und ich sie das habe malen lassen, was sie wollten. Es war fuer mich wieder einmal einerseits erstaunlich, wie viel Freude die Kinder am Malen haben, aber andrerseits verstaendlich, denn die Kinder haben zu Hause keine Blaetter und Farben, mit denen sie malen koennten.
Ausserdem wird mit Unterstuetzung von Cielo Azul ein Lesezimmer/ Bibliothek in meiner Schule eingerichtet. Ein unbenutztes Klassenzimmer haben wir dazu umfunktioniert und mit den Kindern aus dem 7. Nivel haben wir alles weiss gestrichen. Damit es auch schoen kinderfreundlich aussieht, habe ich diese Woche an zwei Tagen 2 große Kindermotive an die Waende gemalt. Die anderen Waende sollen gemeinsam mit den Kindern bemalt werden, aber ich glaube, dass ich es
nicht mehr schaffen werde, das Lesezimmer fertig einzurichten.
Da die meisten Kinder aus dem 7. Nivel, ab dem naechsten Schuljahr auf weiterfuehrende Schulen gehen werden, haben Lisa, Jette und ich einen gemeinsamen Ausflug zum Abschluss nach Quito geplant. Am kommenden Dienstag werden wir mit unseren jeweiligen Schuelern aus den 7. Nivel morgens frueh Richtung Quito aufbrechen und als erstes im Kino einen Film anschauen. Danach wird erst einmal Mittag gegessen und dann geht es weiter in die Innenstadt zur „Plaza de la Independencia“ und dem Praesidentenpalast und weiter am Nachmittag werden wir im Wassermuseum erwartet, welches sehr schoen sein soll und in dem die Kinder selbst viele Experimente ausprobieren koennen. Wir sind schon sehr gespannt, wie alles verlaufen wird, aber teilweise wissen wir jetzt schon, dass es ein Erfolg wird und wir den Kindern eine Freude bereiten, denn fuer viele wird es das erste Mal sein, dass sie nach Quito fahren, und fuer fast alle ist es das erste und vielleicht einzige Mal, dass sie ein richtiges Kino besuchen werden.

Traurigerweise naehert sich mein Jahr langsam dem Ende. Ich weiss, dass mir der Abschied sehr schwer fallen wird, besonders von der Schule bzw. den Kindern und meiner Gastfamilie, da sie mir sehr ans Herz gewachsen sind und ich fuer ein Jahr hier ein neues Zuhause gefunden habe, wo ich mich immer sehr wohlgefuehlt habe.
Mir bleiben noch 2 Monate in Ecuador, was lange klingt, aber fuer mich sehr schnell vergehen wird, denn am 25. Juni endet die Schule und somit auch die Zeit in meiner Gemeinde und Gastfamilie. Diese letzten 2 Wochen, die mir bleiben, werde ich ausgiebig geniessen und somit denke ich auch, dass dies mein letzter Blogeintrag sein wird, denn am 28. Juni werde ich mich mit Lisa, einer Freundin von Lisa, Jannik (mein ehemaliger Nachbar aus Heidelberg, Schulkamerad und guter Freund) und etwas spaeter kommt Jette noch nachgeflogen, auf unsere Suedamerikareise begeben. Ich freue mich schon sehr auf die 5 Wochen, in denen wir Peru, Bolivien, Paraguay, Brasilien und Argentinien bereisen und viele neue Eindruecke gewinnen und Dinge kennenlernen werden. Anfang  August kehren wir zurueck nach Ecuador, verbringen eine weitere Woche hier und dann muessen wir endgueltig unsere Rueckreise nach Deutschland antreten.
Ich werde sicherlich kaum Zeit finden einen weiteren Blogeintrag zu schreiben, aber ich werde versuchen, wenn auch nur kurz, euch auf dem Laufenden zu halten, ueber die Ereignisse, die passieren und in welchem Land ich mich gerade befinde. 
Ansonsten berichte ich einfach wenn ich wieder in Deutschland bin.

Campeonato de fútbol de Cielo Azul

23. März 2010

Unsere Vorgänger haben schon in den vergangenen zwei Jahren Fussballturniere veranstaltet und, weil wir die Idee ziemlich gut fanden, wollten wir die Tradition fortführen und das nun schon 3. Fussballturnier von Cielo Azul austragen. Ausserdem haben die verschiedenen Gemeinden, in denen Cielo Azul arbeitet, eigentlich nichts miteinander zu tun, so dass wir es auch schön fanden, wenigstens ein mal im Jahr etwas gemeinsames zu machen.
Es war schnell aufgeteilt, wer was macht: Organisation, Essen, Soundsystem, Schiedsrichter, Preise… schließlich sollte alles gut klappen. Ca. 4 Wochen hatten wir zum Vorbereiten, was wirklich nicht viel Zeit war, wenn man bedenkt, dass wir uns immer nur am Wochenende sehen. Jeder Freiwillige musste aus seiner Schule eine Mädchen- und eine Jungenmannschaft mit jeweils 10 Spielern stellen. Da meine Kinder natürlich gewinnen wollten, hieß es jeden zweiten Tag am Nachmittag (mit mir) trainieren, was richtig viel Spaß gemacht, auch wenn ich meinen Jungs so gut wie gar nichts mehr beibringen konnte. Bei den Mädchen hatte ich aber das Gefühl, dass sie etwas besser gespielt haben als zu Beginn.
Am Donnerstag vor dem Spiel bin ich schon nach Otavalo gefahren, um letzte Erledigungen zu treffen, da ich zum Organisationsteam gehörte.
Freitag (19.03.2010) früh um 7 Uhr ging es dann los mit Zelt aufbauen, Soundanlage anschließen, Spielpläne zusammensuchen, Tabellen aufhängen… Um 8:30 Uhr waren wie geplant alle Mannschaften aus den Schulen am Fussballplatz in Otavalo angekommen, so dass wir mit dem  Einmarsch, der Begrüßung und dann auch schon mit den ersten Spielen beginnen konnten. Insgesamt haben 11 Schulen teilgenommen, von jeder eine Jungs- und Mädchenmannschaft, was  22 Mannschaften macht. Aufgeteilt auf 4 Gruppen haben wir trotzdem noch von 9:45 bis 13:45 allein mit den Gruppenspielen verbracht. Meine Jungs waren in Höchstform, haben mal gewonnen, mal unentschieden gespielt, nie verloren. Bei meinen Mädels lief es leider nicht so gut, aber sie haben auch nie so gespielt, wie wir es im Training besprochen und geübt hatten. Zusammen haben wir dann unsere Jungs angefeuert, die als Gruppenerster ins Halbfinale eingezogen sind. Das war vielleicht spannend, denn eigentlich habe ich nicht gedacht, dass sie so weit kommen, habe mich  aber natürlich für sie gefreut. Als sie dann das Halbfinalspiel gewonnen haben (ich bin fast gestorben vor Aufregung und habe mir fast die Seele aus dem Leib geschrien), konnte ich es gar nicht fassen. Ich war so stolz auf meine Jungs. Kurze Erholung während des Mädchen-Finales und dann waren sie endlich da, wo sie den ganzen Tag hinwollten: im Finale. Ich war schrecklich aufgeregt, habe angefeuert was ich konnte und mich gefreut, denn es war wirklich ein schönes Spiel. Beide Mannschaften haben gegeben, was sie konnten und so stand es zur Halbzeit noch immer 0:0. Auch in der zweiten Halbzeit konnte keine der beiden Mannschaften ein Tor schießen. Elfmeter also, wovon ich überhaupt nicht begeistert war, denn ich wusste, dass der Torwart der gegnerischen Mannschaft, sehr gut war und den ganzen Tag noch nicht einen einzigen Ball ins Tor gelassen hatte. Trotzdem hieß es natürlich Daumen drücken und die Spannung war riesengroß. Leider stand es dann am Ende 1:0 für die andere Mannschaft. Wir waren also Vizemeister, was auch   wirklich schön war.

Schon fast am Ende eines langen Tages sind dann alle mit einem strahlenden Lächeln und dem gewonnenen Medaillen stolz nach Hause gefahren. Und wir hatten nach all dem Stress endlich Wochenende.

 

 

 

Zahnprojekt

8. März 2010

Im Januar war eine Zahnpflegerin aus der Schweiz als Volontärin bei Cielo Azul, die an 3 (kleinen) Schulen ein Zahnprojekt durchgeführt hat. Mittlerweile ist sie aber wieder zurück in der Schweiz, aber Kathi, eine andere Volontärin wurde in das Projekt eingeführt und, da ich das Projekt gut und für wichtig hielt, habe ich sie gebeten auch an meine Schule nach Camuendo zu kommen.
Letzten Freitag (05.03.2010) haben wir das Zahnprojekt den ganzen Schultag mit meinen ältesten Schülern aus dem 7.Nivel durchgeführt. Dazu haben wir die Klasse in 2 Gruppen geteilt, von denen ich die eine und Kathi die andere übernommen hat.
Zunächst habe ich mit einem Mind-Map angefangen, bei dem die Kinder alles aufschreiben sollten, was ihnen zum Thema Zähne eingefallen ist. Erstaunlicherweise haben sie schon eine ganze Menge gewusst. Dann habe ich ihnen Fragen wie z.B. was passiert, wenn man die Zähne nicht regelmäßig putzt, wie viele Zähne haben wir, warum fallen die Milchzähne raus, etc. gestellt und mit ihenen die Antworten besprochen. Als nächstes habe ich ihnen eine Zahn-Geschichte erzählt und dazu passend immer Bilder gezeigt. Leise und gespannt haben sie der Geschichte zugehört und später auch den Bezug zur Realität gewusst. Damit den Kindern nicht langweilig wurde, folgte darauf ein praktischer Teil, bei dem die Kinder Lebensmittel in gesundes und ungesundes Essen einteilen mussten. Dafür habe ich den Kindern Bilder mit verschiedenem Essen wie Milch, Früchte, Chips, Lollis, etc. gegeben, die sie dann entweder auf einen grünen Zahn, der das gesunde Essen repräsentierte oder auf einen roten Zahn für schlechtes Essen kleben sollten. Bevor Kathi und ich die Gruppen getauscht haben, durften die Kinder Zahnbilder ausmalen und Zahnrätsel lösen, was ihnen viel Spaß gebracht hat. Mit Kathis Gruppe habe ich dasselbe wie zuvor mit meiner Gruppe gemacht, da meine Gruppe nun mit dem Theorieteil, der über den Zahnaufbau und alles rund um die Zähne ging, dran war, den die andere Gruppe zuvor gehört hatte. Zeitlich zur Pause hatten wir wie geplant den eher theoretischen Teil beendet.
Nach der Pause haben wir an einem Gebiss vorgezeigt, wie man in welcher Reihenfolge richtig Zähne putzt. Mit dem neuen Wissen sind wir runter an die Waschstelle, wo jedes Kind  eine Tablette zum Kauen bekommen hat, welche die Essensreste, Bakterien und Plak an den Zähnen lila färben. Mit viel Freude und ganz erstaunt haben sie ihre gefärbten Zähne in den Spiegeln begutachtet und selber gesehen, ob sie gut oder weniger gut ihre Zähne putzen. Danach sollten sie genau wie vorher gezeigt und erklärt selber ihre Zähne putzen, was auch alle gut gemacht haben. Nur hat das Zähneputzen dann doch mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant, da alle Kinder wollten, dass ihre Zähne so weiß wie nie zuvor sind und dementsprechend lange ihre Zähne geputzt haben. Wir haben sie natürlich gelassen, da wir ja genau dies bezwecken wollten, dass die Kinder Spaß am Zähneputzen haben. Jedes Kind hat von uns eine Zahnbürste und Zahnpasta geschenkt bekommen, worüber sie sich total gefreut haben. Einer der letzten Punkte war gemeinsam im Klassenraum eine Zahnputzecke einzurichten, in der sie ihre Zahnbürsten und Pasten aufbewahren können. Außerdem haben die Kinder Zahnputzpläne erhalten.Wir haben ausgemacht, dass die Kinder nach jeder Pause ihre Zähne putzen und, wenn sie das (gut) gemacht haben, dürfen sie einen Tag auf dem Zahnputzplan durchstreichen. Nach 28 durchgestrichenen Tagen erhalten sie von mir eine kleine Belohnung, natürlich werde ich mit Unterstützung des Klassenlehrers überprüfen, dass die Kinder nicht schummeln und auch wirklich ordentlich ihre Zähne putzen. Zum Schluss durfte jedes Kind noch ein zuckerfreies Bonbon lutschen. Sie waren erstaunt, dass es sowas überhaupt gibt und, dass es auch schmeckt, obwohl kein Zucker drin ist.
Ich denke, dass das Projekt erfolgreich war, vor allem den Kindern Spaß gemacht hat, sie was dazu gelernt haben und ab jetzt auch eifrig und ganz stolz mit ihren neuen Zahnbürsten und Pasten aus Deutschland ihre Zähne putzen werden. Ich möchte versuchen, das Projekt noch in anderen Klassen durchzuführen, damit man auch in den Mündern der kleineren Kinder nicht nur schwarze und halb kaputte Zähne sieht, nur leider geht Kathi, die für das Projekt verantwortlich ist, in wenigen Tagen zurück in ihre Heimat Österreich. Aber zumindest haben wir es mit den Schülern des 7. Nivel gemacht von denen die meisten schon ihre bleibenden Zähne haben und bei Einigen haben wir den Anstoß gegeben, dass sie sich zumindest einmal am Tag die Zähne putzen werden.
Bevor wir gegangen sind haben wir von jedem Kind eine Umarmung und ein Danke zu hören bekommen, was Kathi und mich natürlich besonders glücklich gemacht hat, und wir wieder einmal gesehen haben, dass die Kinder hier für Sachen, in diesem Fall Zahnbürste und Pasta, die für uns zum Alltag gehören und selbstverständlich sind, sehr sehr dankbar sind und man sie damit glücklich machen kann.

Ab dieser Woche werde ich auch mit den Kindern aus dem 7. Nivel im Computer- Nachmittagsunterricht in ein Internetcafe in Otavalo gehen. Sie freuen sich schon total darauf und fragen mich jeden Tag, wann wir endlich gehen. Ich bin mal gespannt wie das klappt, da so gut wie alle mit ihren 12 oder 13 Jahren zum ersten Mal ins Internet gehen werden. Ich halte es für wichtig, dass sie wenigstens etwas Erfahrung im Umgang mit dem Internet sammeln, besonders auch deswegen, da die meisten nächstes Schuljahr das Colegio, also die weiterführende Schule besuchen werden, wo Internetkenntnisse vorausgesetzt werden, was ich immer wieder an meinen Gastgeschwistern sehe.

Hier seht ihr noch ein paar Fotos vom Zahnprojekt:

 

 

 

 

 

 

 

 

Carnaval

22. Februar 2010

Auch in Ecuador wird Karneval gefeiert, wobei die Urspruenge hier sehr traditionell sind: In der Indígena-Kultur wird im Februar das Fest Pawkar Raymi gefeiert, das Fest der Blumen, da in diesem Monat alles zu bluehen beginnt. Gleichzeitig symbolisiert das Fest den Beginn der weiblichen Jahreszeit, die von Februar bis September dauert. Frueher ist man mit Blumen und Wasser zu Nachbarn gegangen, um sie zu segnen, indem man ihnen Blumen auf den Kopf legte und etwas Wasser nachgoss. Als Gegenleistung hat man Essen erhalten. Mittlerweile ist dieser Brauch verloren gegangen und was davon uebrig geblieben ist, sind Wasserschlachten. Blumen spielen fast nur noch in Ambato eine Rolle. Den ganzen Februar muss man also aufpassen, um trocken von einem Ort zum anderen zu kommen. Nasse Flecken auf der Straße sollte man vermeiden, denn die zeigen naemlich an, dass dort schon ein paar Mal Wasser von oben herabgeschuettet wurde. Die Ecuadorianer schrecken naemlich vor keinen Mitteln zurueck vorbeigehende Leute zu durchnaessen: Von Wasserbomben, Spritzpistolen ueber Flaschen bis hin zu Eimern und sogar Wasserschlaeuchen wird jedes Mittel genutzt. Die Kinder in der Schule waren jeden Tag klatschnass, denn ihnen macht das Karneval-Spielen natuerlich besonders viel Spass. Zum Glueck spielt wenigstens das Wetter mit, die Sonne brennt vom Himmel und trocknet alles schnell wieder.

Weil wir Rosenmontag und Fastnachtsdienstag frei hatten, haben wir uns entschieden nach  Ambato zu reisen, da dort zur Karnevalszeit das Fest der Fruechte und Blumen stattfindet.  Als wir abends in Ambato angekommen sind, war die ganze Stadt schon total ueberfuellt, das gleiche galt natuerlich auch fuer die Hostals. Am Ende haben wir schließlich ein ziemlich heruntergekommenes Hostal gefunden, das fuer uns acht Leute noch fuenf Betten frei hatte. Pro Person wurden trotzdem 8 $ verlangt, wofuer man normalerweise schon ein ziemlich nettes Zimmer bekommt. Etwas spaeter wollten wir dann noch ein bisschen die Stadt sehen und sind auf einer Hauptstrasse gelandet, auf der so Einiges los war: Jeder sprueht jeden mit Schaum voll (das Zeug wird hier in Spruehflaschen an jeder Ecke verkauft), die Polizei haelt im Vorbeifahren einfach mal das Pfefferspray aus dem Auto und wird im Gegenzug mit Glaesern beworfen. Das fanden wir dann auch nicht mehr so lustig und haben uns in eine Bar gefluechtet.

Am naechsten Morgen haben wir uns den traditionellen Umzug angesehen, der wirklich beeindruckend und das Schoenste an Ambato war. Alle Wagen waren ausschließlich mit Fruechten und Blumen geschmueckt und hinter den Wagen liefen Taenzer in bunten Kostuemen, die von einer riesigen Menschenmasse bewundert wurden. Weil Ambato aber sonst ziemlich haesslich ist, sind wir weiter nach Baños gefahren.

         
Der Vulkan Tungurahua ist immer noch aktiv, so dass wir beschlossen, mit dem Taxi zu einem Aussichtspunkt zu fahren. Es war schon fast dunkel und aus dem Krater des Vulkans stieg eine Rauchwolke empor. Ploetzlich hoerte man einen gewaltigen Donner aus dem Vulkan und eine Ladung Lava kam aus dem Krater in die Luft geschossen. Die Lava ist langsam am Berg herunter geflossen und wir konnten noch gar nicht fassen, was wir dort gerade fuer eine Naturgewalt gesehen haben. Das war wirklich ein beeindruckendes und unvergessliches Erlebnis einen echten Vulkanausbruch gesehen zu haben.

  


Nachts wurden wir im Karnevalsgetuemmel voellig in Schaum gebadet, haben uns dann aber auch endlich solche Spruehflaschen gekauft, was die ganze Sache extrem viel witziger gemacht hat. Man war echt nur in den Bars, Clubs und Diskos sicher, aber sobald man einen Fuss aus der Tuer getreten ist, hatte man schon wieder eine Ladung Schaum im Gesicht. Bei mir ist es gluecklicherweise auch nur bei Schaum geblieben, aber die anderen hatten auch Mehl in den Haaren und an Eierschlachten hat es auch nicht gefehlt.
Am naechsten Tag sind wir mit Fahrraedern die sog. Wasserfallroute abgefahren. Einige Wasserfaelle waren nicht so spektakulaer, andere aber umso mehr. Zu einem Wasserfall sind wir mit einer Seilbahn heruntergefahren und direkt bis an den Wasserfall gegangen, wo man dann aber sofort klitschnass wurde. Highlight aller Wasserfaelle war der „Pailón del Diablo“ (=Teufelskessel). Ein Wasserfall der in einer engen Schlucht mit donnerndem Laerm in einen vor Schaum brodelnden Kessel stuerzt. Von den Aussichtsplattformen konnte man durch einen knapp 1 m hohen, in den Fels gehauenen Gang noch weiter hoch steigen, bis man direkt unter dem Wasserfall stand.

      

 


So schoen und lustig die Karnevalszeit auch war, hat sie sich am Fastnachtsdienstag dem Ende geneigt und teilweise bin ich auch ganz froh darueber, denn endlich kann man wieder ueberall trocken ankommen.

(Klickt auf die Bilder, um sie groesser und deutlicher zu erkennen, besonders die Vulkanbilder sind besser erkennbar im Grossformat!)

Halbzeit

30. Januar 2010

Fast sechs Monate lebe ich nun schon mit all den anderen Volontären in Ecuador – und langsam heißt es: Halbzeit. Grund für unsere Entsendeorganisation YAP, alle Weltwärts-Freiwilligen, die    einen Freiwilligendienst in Ecuador absolvieren, auf einem Zwischenseminar zusammenzuführen, um Erfahrungen und Erlebnisse auszutauschen und Probleme zu besprechen.
Die vergangene Woche fand das Seminar in Nangulví, einem Dörfchen bei Intag statt, um dort fern von Arbeit und Familie alles besprechen zu können, was uns auf dem Herzen liegt. Und es gab jede  Menge zum Erzählen, denn die letzten Monate waren sowohl für mich als auch für alle anderen sehr bewegend: einerseits eine tolle und erlebnisreiche Zeit, jedoch auch nicht immer frei von Tiefs. Natürlich konnte ich mich immer schon mit meinen Mitbewohnern austauschen, aber unsere Projekte ähneln sich doch sehr und so war es auch interessant, die Erzählungen der Anderen zu hören. Außerdem habe ich mich gefreut die Gesichter der 17 Volontäre, die in anderen Projekten in anderen Städten arbeiten und von denen ich die meisten schon von den Seminaren aus Deutschland kannte, wiederzusehen. 
Motiviert und mit einem straffen Zeitplan beginnen wir am Montag das Seminar mit den Erfahrungen in den Projekten. Die meisten haben dieselben Ansichten wie ich, nämlich, dass die Arbeit viel Spaß mache und das Leben in den indigenen Familien eine tolle Erfahrung sei. Dass die Menschen ihnen bisher immer mit viel Interesse begegnet sind und die ecuadorianische Lebensart viel herzlicher sei. Aber auch: dass manche das Gefühl haben in ihrer Schule nicht gebraucht zu werden, dass es so schwer ist, mit anzusehen, wie die Kinder immer wieder geschlagen werden, dass einige Familien undankbar sind, wenn man ihnen nicht genug mitbringt, dass im Dorf über „die gringos“ nur getuschelt wird und, dass die Ecuadorianer einfach nie pünktlich sind und sowieso vieles nicht auf die Reihe bekommen. Das bringt schon zum Nachdenken. Trotzdem sagen alle, dass sie sich im Grunde sehr wohl fühlen, alle Probleme lösbar oder erträglich sind. Ich kann mich sowieso recht glücklich schätzen, in meiner Schule läuft es ziemlich gut, ich habe Arbeit, fühle mich wohl, kann mich einbringen und habe mittlerweile das Vertrauen zu den Schülern und Lehrern gewonnen. Mittlerweile habe ich mich auch an einen chaotischen Zeitplan gewöhnt. Meine Familie, für die ich mittlerweile ein festes Mitglied, eine weitere „hija“ oder „hermana“ geworden bin, ist sehr herzlich, so dass ich mich immer willkommen und wohl fühle. Dann habe ich das Glück, mit Cielo Azul eines der bestorganisiertesten Projekte zu vertreten, denn wir haben super  Koordinatoren, eine Wohnung fürs Wochenende und unsere Finanzierung ist klar geregelt. Dass vielen anderen das fehlt, dass sie keine Extra-Koordination vor Ort haben, war mir vorher nicht so bewusst.
Obwohl unser Seminarort perfekt ist, da die Anlage direkt am Fluss mitten im grünem Wald liegt und an die Anlage Thermen mit gemütlich heißem Wasser angeschlossen sind, fahren wir schon am Mittwoch zurück nach Otavalo. Die ecuadorianische Gelassenheit ging doch um einiges zu weit: zum Frühstück, auf das wir erst einmal 1,5 Stunden warten mussten, bekommen wir plötzlich verschimmelte Brötchen und saure Milch, aber vom Personal interessiert das kaum jemanden. Auch an anderen Stellen begegnet man uns nur mit Verständnislosigkeit.
In einem Hostal in Otavalo ging das Seminar dann weiter mit Persönlichkeitsentwicklung, Sprachentwicklung, Finanzierung, Administrativem und Entwicklungspolitik. Ist ein Freiwilligendienst wirklich sinnvoll? Bringt er dem Land und den Leuten wirklich etwas oder eigentlich in erster Linie nur den Freiwilligen? Was können wir den Menschen hier geben, was nehmen wir für uns mit? Viele Fragen, tausend Meinungen, interessante Diskussionen: Man sieht, jeder hat seine eigene Sicht auf die Dinge, aber in einigen Sachen sind sich trotzdem alle einig:
Unsere Arbeit ist sinnvoll, zum einen natürlich des Wissens wegen, das wir vermitteln. Ich selbst erhoffe mir, im Rahmen meiner Möglichkeiten, den Kindern ein Stück weiterzuhelfen. Das heißt für mich, nicht nur Englisch zu unterrichten, sondern auch grundlegende Werte zu vermitteln.Wir können den Menschen hier zeigen, was man mit Zuneigung statt mit Gewalt erreichen kann, wir können ihnen einen respektvollen Umgang vermitteln und ihnen bewusst machen, dass sie in einem wunderschönen Land leben und auch sie als Menschen es wert sind, dass von weit her jemand kommt, und sich für ihr Leben interessiert. Mitnehmen wollen wir ganz klar die Gelassenheit (aber nicht die Ineffizienz) und die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und Offenheit, die uns hier immer wieder begegnet.
Natürlich stehen die anderen Volontäre und ich noch nicht am Ende unseres Freiwilligendienstes, aber die ganzen Erlebnisse der vergangenen Monate haben in uns noch mehr die Lust geweckt, in der zweiten „Halbzeit“ noch einmal doppelt so viel zu entdecken und erleben, denn das was hier passiert, ist definitiv spannend, traurig, lustig, langweilig, interessant, frustrierend, emotional, bestätigend… auf jeden Fall einzigartig.

Weihnachtszeit

24. Dezember 2009

Wie gesagt berichte ich dieses Mal ein bisschen von meinem Schulalltag:
Mittlerweile schon gewohnheitsmäßig verlasse ich montags um 6:45 die Volontärwohnung und laufe mit Caro, einer anderen Volontärin, die in einer Gemeinde kurz vor meiner arbeitet, zur Bushaltestelle, um den Bus zu nehmen, der mich nach Camuendo direkt vor die Schule bringt.
Die erste Stunde beginnt um 7:30 Uhr, und ich muss sagen, dass im Gegensatz zu vielen anderen Schulen, bei mir der Unterricht pünktlich beginnt, obwohl vor der Schule alle Kinder erst mal eine Colada (Heißgetränk aus Wasser, Milch, Zucker und Haferflocken) und Kekse bekommen. Um halb 7 wird dann durchs Mikrofon zur Formation gebeten, d.h. alle Kinder müssen sich je nach Nivel hintereinander in eine Reihe stellen, und die Nationalhymne (meistens auf Kichwa) wird gesungen. Bevor alle in ihre Klassenzimmer gehen, werden noch ein paar Dehnübungen und Sprünge zum Wachwerden gemacht und Informationen durchgegeben. Jeden Morgen erfolgt der selbe Ablauf, außer, dass die Nationalhymne nur montags gesungen wird.

                  

Obwohl ich an einer ziemlich großen Schule mit fast 180 Schülern arbeite, wodurch die Klassen immer aus 22 bis 28 Schülern bestehen, macht es sehr viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten, ist aber auch relativ anstrengend.( Andere Volontäre arbeiten an Schulen mit insgesamt 35 Schülern, wo im Unterricht dann manchmal nur 5 Kinder sitzen.)  Die Schüler haben Probleme, sich zu konzentrieren oder selbstständig zu arbeiten. Logische Schlüsse sind ihnen völlig fremd. Trotzdem haben sie Spaß am Lernen und arbeiten gerne mit. Ich werde weiterhin mein Bestes geben, um
ihnen so viel wie möglich Englisch zu vermitteln, besonders den 7ern, damit sie (wenn sie denn aufs Colegio gehen) den Anforderungen vom Colegio gewachsen sind.
Nach den ersten 3 Unterrichtsstunden, von 9:45-10:15 Uhr, ist Pause, in welcher die Kinder Essen (montags,mittwochs,freitags: Reis, Bohnen, Thunfisch/Sardinen und Salat und dienstags und donnerstags: Suppe), das von der Regierung gestellt wird, bekommen.
Danach geht der Unterricht nochmal 3 Stunden á 45 Minuten.
So sollten normalerweise die Schultage die ganze Woche aussehen, aber mittlerweile weiß ich, dass meine Vorgänger nicht übertrieben haben, wenn sie gesagt haben, in der Schule und in der Gemeinde gab es wirklich keine einzige Woche, in der alles ganz gewöhnlich verlief. Aber es stimmt. Von den bisherigen Unterrichtswochen war keine ohne Planänderungen, spontane Projekte und Aktionen oder Hindernisse.

Für den Dezember hatte ich mir vorgenommen mit meinen Kindern etwas Weihnachtliches wie Stecktannenbäume, Weihnachtsmänner oder Weihnachtsschachteln zu basteln und Weihnachtslieder auf Englisch zu singen. Das hat den Kindern großen Spaß gemacht, denn sie malen und basteln unheimlich gerne.

            

                            

                                                       

Hier in der Sierra ist eigentlich ab Oktober Regenzeit. Dieses Jahr allerdings war es supertrocken, was Ecuador in eine mittelschwere Energiekrise geführt hat (hier gibt es quasi nur Wasserkraftwerke). Die Krise bekommen wir dadurch zu spüren, dass es jeden Tag Stromausfall gibt. Tagsüber ist das weniger schlimm, aber häufig wird der Strom gegen 18 oder 19 Uhr abgestellt, zu welcher Zeit es schon dunkel ist, so dass oft nichts anderes übrig bleibt, als ins Bett zu gehen. In den Comunidades konnten die Menschen nichts säen und die Kühe wurden auch immer dünner und haben kaum mehr Milch gegeben. Schon zweimal sind Kinder und Erwachsene aus Camuendo auf den Berg (Imbabura) oder an die Lagune gegangen, um mithilfe von Geschrei und Gesang auf Kichwa Gott und den Himmel um Regen zu bitten. Und man kann an Zufälle glauben oder nicht: In der folgenden Woche hat es jeden Tag geregnet, mal mehr, mal weniger. Aber, wenn es dann mal regnet, dann wird es ziemlich kalt. Der Regen hat alle gefreut, auch deswegen, weil es dann auch wieder die Käfer gab, die man nach einem Regenschauer nachts gegen 4 Uhr sammeln geht, da diese Käfer nur zu dieser Zeit fliegen. Ich bin nie mitgegangen Käfer sammeln, aber nachdem mein Gastvater mit 2 vollen Eimern zurückgekommen ist, habe ich fleißig beim Rausrupfen der Beine und Flügel geholfen, wobei mir anfangs immer noch der Kopf mitabgefallen ist, was eigentlich nicht passieren sollte, da dieser ja besonders gut schmeckt. Die Käfer werden gebraten und dann mit „Tostado“ (=gebratener Mais) gegessen. Zuerst fand ich das natürlich etwas ekelig, habe dann aber anstandshalber auch Käfer probiert und ich muss sagen, so schlecht haben sie gar nicht geschmeckt, könnten aber auch nicht zu meiner Lieblingsspeise werden. 

Auch in diesem Jahr hat Cielo Azul eine Weihnachtsaktion vorbereitet. Nachdem wir ca. 1500 Weihnachtstütchen mit Keksen, Bleistift, Spitzer und Radiergummi gefüllt und für jede Schule Bälle, Frisbeescheiben und Federballsets eingekauft hatten, sind wir vom 14.-17.12. in die 11 verschiedenen Gemeinden bzw. an die Schulen gefahren und haben dort zuerst, verkleidet als Engel, Weihnachtsbaum, Weihnachtsbaumverkäufer, Weihnachtsmann hat selbstverständlich auch nicht gefehlt, ein kleines Theaterstück ( „El árbolito feo“ = „Der hässliche Tannenbaum“) vorgespielt, gesungen und dann natürlich die Tütchen und Spielsachen verteilt. Als Dank haben die Kinder meistens für uns gesungen, aber die vielen Umarmungen und besonders die lächelnden und glücklichen Gesichter haben schon gereicht, um zu wissen, dass wir ihnen eine kleine Freude bereitet haben.

                

Mittlerweile ist hier ein bisschen Weihnachtsstimmung aufgekommen, zumindest im Volontärhaus haben wir immer schön Advent gefeiert, mit selbstgebasteltem Adventskranz, Glühwein und Weihnachtsliedern. Zu Nikolaus haben wir eine große Grillparty gemacht, allerdings ohne Grill und in der Pfanne, weil es leider ziemlich geregnet hat. Natürlich haben wir auch schon massenweise Plätzchen gebacken, die sowohl bei meiner Gastfamilie als auch in der Schule gut angekommen sind. Allerdings kommt so ganz weihnachtliche Atmosphäre ohne Schnee, Weihnachtsmarkt, Weihnachtslieder und noch dazu bei 25°C natürlich nicht auf.

                      

Außer, dass ich erkältet war und ab und zu ein Floh sich zu mir ins Bett gesellt, die allerdings nicht ich, sondern meine Mitzimmerbewohnerinnen mit aus ihren Gemeinden bringen, geht es mir immer noch sehr gut.

                        

Ich wünsche euch allen FROHE WEIHNACHTEN und schonmal einen GUTEN RUTSCH ins Jahr 2010!!

Cuyabeno

14. November 2009

Da ihr schon lange nichts mehr  von mir gehoert habt, werde ich jetzt von unserer 4-taegigen Dschungeltour berichten.
Am Freitag, den 30. Oktober , ging es los Richtung Nationalpark Cuyabeno, also in den Osten Ecuadors.  Zu fuenft  sind wir die ganze Nacht mit dem Bus durchgefahren und am Samstagmorgen endlich in Cuyabeno angekommen. Aus dem Bus ausgestiegen, ging es auch gleich schon mit dem Boot weiter in das Camp, in dem wir diese Tage uebernachtet haben. Nach einem leckeren Fruehstueck haben wir uns erstmal ausgeruht, da die Reise ziemlich anstrengend war und manche sich nicht wohlgefuehlt haben, was auch damit zusammenhing, dass wir waehrend der Fahrt ca. 6 mal den Aequator ueberquert haben. Mittags haben wir uns dann auf einen 4-stuendigen Marsch durch den Dschungel begeben, was mir sehr gut gefallen hat, da wir viele neue Tiere, Pflanzen, Geraeusche kennengelernt haben.  Ueberall waren nur meterhohe gruene Baeume, Lianen, grosse und kleine Spinnen und Froesche, Ameisen, Voegel, Schmetterlinge… Es ist schwer das Gesehene bzw. meine Eindruecke in Worte zu fassen, aber am Ende koennt ihr euch die Fotos angucken, um euch das Ganze vielleicht besser vorstellen zu koennen.
Nach dem Mittagessen sind wir dann mit dem Boot flussaufwaerts gefahren und irgendwann hiess es dann: Jetzt bitte alle ab ins Wasser und sich mit der Stroemung wieder zuruecktreiben lassen bis zu unserem Camp.  Unter ganz viel Geschrei haben wir uns dann also alle ins Wasser zu den Wasserschlangen, Piranhas und sonst welchen Tieren begeben und uns mit der Stroemung treiben lassen.
Am Sonntag mussten wir schon sehr frueh aufstehen, um Voegel zu beobachten. Neben Affengebruell, haben wir viele verschiedene Voegel in allen moeglichen wunderschoenen Farben gesehen. Mittags sind wir wieder mit dem Boot flussaufwaerts gefahren, um aus dem Fluss (in dem wir einen Tag vorher geschwommen sind) Piranhas zu angeln. Es hat einbisschen gedauert, aber zum Schluss hatten wir 3 Piranhas geangelt, die es dann, nachdem ich ihnen die Gedaerme rausgenommen hatte, zum Abendessen gab. Am spaeten Nachmittag sind  wir wieder durch den Dschungel gelaufen und wir hatten Glueck, denn es war gerade die Essenszeit der Affen, so dass wir Affen aus 3 Meter Entfernung gesehen haben. Allerdings hatte sich unser Guide einbisschen in der Zeit verschaetzt, so dass es auf dem Rueckweg immer dunkler wurde und wir deswegen zurueckrennen mussten, was natuerlich total unheimlich war, weil wir nicht mehr gesehen haben, wo wir treten mussten und so auch ueber Baumstaemme klettern mussten usw. Ausserdem gehen bei Anbruch der Dunkelheit die Kaimane, die sich tagsueber an Land befinden, ins Wasser und wir sind direkt am Flussufer gelaufen, aber uns ist gluecklicherweise kein Kaiman begegnet.
Am Montag morgen sind unsere 6 anderen Volontaere auch angekommen und zusammen mit ihnen sind wir zu der sogenannten Grossen Lagune 2,5 Stunden mit dem Boot gefahren. In dieser Lagune steigt oder sinkt der Wasserpegel nur ganz wenige  Zentimeter, so dass die Baeume immer unter Wasser stehen. Ausserdem ist das Wasser dort klar. Der Fluss von dem ich hier immer erzaehle und den wir auch mit dem Boot hochgefahren sind bis zur Grossen Lagune ist ein Fluss, dessen Pegel, staendig sinkt und steigt, je nachdem wie viel Regen faellt. Wegen besonderen Sedimenten ist das Wasser auch braun und nicht klar.
Da es richtig heiss war, sind wir erstmal in die Lagune gesprungen, um uns abzukuehlen, wobei wir natuerlich wieder  ziemlich Angst hatten, da mit uns im Wasser  Schlangen, Delfine, Rochen, … waren. Weil unseren Guides  gesagt wurde, dass 2 Tage vorher an einer bestimmten Stelle eine Anaconda gesehen wurde, haben wir uns natuerlich auf die Suche nach ihr begeben, aber leider vergeblich. Stattdessen haben wir aber den praehistorischen Vogel gesehen (leider habe ich den Namen vergessen), den es nur an 3 Orten auf der Welt gibt, von denen einer der Nationalpark Cuyabeno ist. Dieser Vogel ist schon millionenjahre alt und hat sich mit der Zeit vom Reptil zum Vogel entwickelt. Dass dieser Vogel dort immer noch lebt, kommt daher, dass Cuyabeno einer der 5 HotSpots der Welt ist, d.h. in der Eiszeit ist dieses Gebiet nicht gefroren. Der Vogel hat Augen wie wir Menschen, hat 2 Ma gen, ist Vegetarier, stinkt furchtbar und ihm wachsen Krallen an den Fluegeln.
Vom Boot aus haben wir uns den Sonnenuntergang angesehen, allerdings war es etwas bewoelkt, aber trotzdem waren die Farben am Himmel sehr schoen. Bis es ganz dunkel war, haben wir im Boot gewartet, um dann Kaimane anzuschauen. Das war auch echt toll, denn in der Dunkelheit sieht man aufeinmal ganz viele Punkte leuchten, welche die Augen der Kaimane sind. Da unser  Boot nur ein ganz normales Holzboot war, wollten wir nicht zu nah an die Kaimane ran, aber unser Guide fande es  sehr witzig, dass wir Angst hatten und hat das Boot immer naeher an die Tiere gebracht, so dass die Kaimane wirklich nur paar Zentimeter von uns entfernt waren. Wir hatten super Angst, dass uns gleich ein Kaiman angreift und zu uns ins Boot springt, aber unser Guide meinte, dass die Tiere NOCH nicht aggressiv  waeren, aber sehr wahrscheinlich irgendwann schon angreifen werden, wenn immer mehr Touristen kommen, und dann mit Blitz Fotos schiessen und die Kaimane die ganze Zeit mit Taschenlampen angeleuchten.
Wir sind an dem Abend nicht mehr den langen Weg zurueck ins Camp gefahren, sondern haben in einem anderen Camp uebernachtet, wo uns erstmal jede Menge Taranteln auf den Matratzen begruesst haben. Aber unsere Guides haben alle Tiere beseitigt und wir konnten beruhigt mit Regenwaldgeraeuschen einschlafen.
An unserem letzten Tag sind wir zu einer Gemeinde gefahren, in der ca. 110 Personen leben. Das interessante an dieser Gemeinde bzw. an den Einwohnern war, dass die Meisten ein Gen besitzen, dass auch Gorillas haben. Der aelteste Mann( 99Jahre alt) aus dieser Gemeinde hat dieses Gen und da in der Gemeinde alle irgendwie miteinander verwandt sind, haben die anderen dieses Gen weitervererbt bekommen. Dieses Gen macht sich aeusserlich hauptsaechlich an den Fuessen bemerkbar, denn die Menschen haben Fuesse wie Gorillas und koennen problemlos einen Baum hochklettern. Ausserdem sind die Waden, Beine, Arme viel breiter und dicker. Die Einwohner der Gemeinde waren aber nicht nur mit Blaettern bekleidet, sondern hatten wie wir Hose und Tshirt an, aber sie sprechen eine uns unverstaendliche Sprache. Daraufhin sind wir noch einbisschen weiter mit dem Boot gefahren zu einem Shamanen. Er hat uns seine Lebensgeschichte erzaehlt und mit Gesang eine Zeremonie abgehalten. Danach wurden zwei Volontaere mit Riesenbrennesseln geheilt. Es war schon beeindruckend den Shamanen zu sehen, aber es ist auch schwer zu glauben, dass er wirklich z.B. Leukaemiekranke oder Behinderte heilen kann, ohne es mit eigenen Augen gesehen zu haben.
Dann mussten wir mit dem Boot wieder lange zurueck zu unserem Camp fahren, was aber nicht langweilig war, da wir waehrend der Fahrt Tukane, Affen, Schmetterlinge und viele andere bunte Voegel gesehen haben. Nachdem wir noch ein Abendessen zu uns genommen haben, wurden wir zum Bus gebracht und haben uns auf die Rueckreise begeben.

Das war jetzt ein ziemlich ausfuehrlicher Bericht von unserer Dschungeltour, die sich, trotz der vielen Mueckenstiche,  sehr gelohnt hat und unvergesslich bleibt.
Demnaechst werde ich ein paar Bilder von meiner Schule und meinen Schuelern hochladen.

Jetzt aber erstmal noch paar Dschungelfotos:
(An dem PC wo ich gerade bin, kann ich mal wieder keine Fotos hochladen, d.h. ich versuche es morgen an einem anderen)

Camp

Dschungel

unser Boot

Matsch und klettern

Fluss (braunes Wasser)

Grosse Lagune

Schwimmen in der Grossen Lagune

praehistorischer Vogel

Sonnenuntergang

Kaiman

Dschungelkind

Tarantel

Piranha

Strandurlaub

6. Oktober 2009

Wie schon in meinem anderen Artikel gesagt, war ich mit noch 9 anderen Volontaeren die ganze letzte Woche am Strand. Bei unserer Besprechung am Freitag mit den Koordinatoren wurde uns gesagt, dass wir aufjedenfall bis Dienstag freibekommen und die Tage nutzen sollten, um zu verreisen. Nachdem wir uns fuer ein Reiseziel entschieden haben, naemlich Canoa, waren wir dann auch schon abends bzw. nachts auf dem Weg an die Kueste. Von Samstag bis Montag sind wir in Canoa geblieben. Es war leider immer bewoelkt, aber trotzdem sehr heiss und alle haben Sonnenbrand bekommen. Canoa ist ein richtiges Surferparadies, so dass wir uns sowohl Sonntag als auch Montag Bretter ausgeliehen haben und uns mehr oder weniger allein das Surfen beigebracht haben. Wir haben Surflehrer gefragt, wie es geht, aber die wollten natuerlich bezahlt werden. Irgendwann haben wir es aber doch geschafft, dass sie uns erklaert und gezeigt haben, wie man aufsteht. Am ersten Tag lag ich eigentlich nur im Wasser, aber am zweiten Tag hat das Aufstehen geklappt und es hat super viel Spass gemacht. Den ganzen Dienstag haben wir im Bus verbracht, um nach Puerto López zu kommen. Dort war das Wetter auch viel besser. Am Mittwoch haben wir einen Whale-watch-Ausflug gebucht. Wir und andere Touristen sind mit einem Boot raus aufs Meer gefahren und wir hatten das Glueck schon nach wenigen Minuten einen Wal zu sehen. Die Wale sind immer ein paar Minuten an der Oberflaeche und dann tauchen sie aber wieder unter und man weiss nicht wo sie sich befinden. Den Wal haben wir nur kurz gesehen, aber dann ist ploetzlich eine ganze Walfamilie ( Mama, Papa und Babywal) aufgetaucht. Es war sehr beeindruckend, wie gross Wale sind und wie nah wir an sie rankonnten. Mama und Papa haben dem Babywal gerade das Springen beigebracht, so dass wir immer zuerst einen Sprung von Mama, darauf einen von Papa und dann die Versuche von dem kleinen Wal sehen konnten. Etwas spaeter sind wir dann fischengegangen, jeder hat eine Art Angel bekommen. Die Deutschlandfraktion hat am meisten Fische gefangen, von denen 2 von mir waren. Dann sind wir noch Schnorcheln gegangen, was einbisschen unheimlich war, weil wir an einem Riesenfelsen waren, wo sonst eben niemand war ausser uns. Leider haben wir keine spektakulaeren Fische gesehen, aber es hat trotzdem Spass gemacht. Auf der Rueckfahrt haben wir noch jede Menge Pelikane und Blaufusstoelpler gesehen. Wir fanden den Ausflug sehr schoen und die Wale zu sehen, war wirklich beeindruckend. Abends haben wir dann am Strand mit Musik, Tanz und Cocktails in meinen Geburtstag reingefeiert. Es war mein erster Geburtstag, den ich nicht zu Hause gefeiert habe, aber meine Freundinnen haben mir am Strand einen schoenen Geburtstag bereitet. Donnerstag haben wir einen Strandtag eingelegt und abends den Bus zurueck nach Otavalo genommen. Nach 13 Stunden (das ist solange wie eine REise von Europa nach Ecuador =) )waren wir dann wieder zu Hause. Das Wochenende habe ich in Ibarra verbracht, um mit meiner Familie und Freunden noch meinen Geburtstag zu feiern. Sonntags hatten wir dann wieder eine Besprechung mit der Koordination, auf der uns mitgeteilt wurde, dass der Streik noch weitergeht. Aber von den 13 Schulen, an denen wir arbeiten, haben 3 Schulen trotzdem Unterricht, zu denen auch meine zaehlt. Ich bin also Montag wieder in die Schule, was sehr schoen war, weil die Kinder gleich alle angekommen sind und gefragt haben warum ich nicht gekommen bin und mit ihnen kein Sportunterricht gemacht habe. Ich bin allerdings nicht bei meiner Gastfamilie geblieben, sondern wieder zurueck ins Volontaerhaus nach Otavalo gefahren, was laenger als sonst gedauert hat, weil Hunderte von Indígenas gestreikt haben, indem sie sich auf die Panamericana gesesetzt und den Verkehr blockiert haben. Heute morgen bin ich dann wieder in die Schule gefahren, habe aber morgen frei, da es in Quito einen “Nationalen Marsch der Lehrer” geben wird, an dem sich die Lehrer meiner Schule aus Solidaritaet anschliessen.Donnerstag ist dann wieder Unterricht, aber am Freitag haben wir keine Schule wegen einem Feiertag. Ansonsten gibt es noch zu erzaehlen, dass wir einen neuen maennlichen Freiwilligen aus Deutschland haben. Er heisst Agit, wohnt bei uns mit im Zimmer, ist sehr nett und lustig und fuehlt sich ziemlich wohl, da er der einzige Junge unter uns 11 Maedels ist (naja, es gibt noch den Mann von unserem aelteren Australierehepaar, aber trotzdem).

(Bilder kommen noch nach!)

DSC09391

DSCF0590

DSCN8274

P1000363

SDC10686

IMG_8934

DSCF0582

SDC10717

SDC10736

SDC10744

SDC10813

SDC13207

Strand

28. September 2009

Da mir viele geschrieben haben, dass ich schon lange kein lebenszeichen mehr von mir gegeben habe, werde ich das nun hier schnell tun.
Schon seit einer Woche streiken  im ganzen Land die Lehrer, zwar nicht an allen Schulen (ich hatte die ganze Woche normal Unterricht, aber viele andere Freiwilligen hatten keine Schule), aber an den meisten und seit heute Nacht sind auch die Indigenas in den Streik (gegen ein Wassergesetz, das eingefuehrt werden soll) getreten und blockieren alle Strassen usw.  Da das aber vorhersehbar war, wurde uns von Cielo Azul fuer Montag und Dienstag schon freigegeben, so dass wir gleich Freitagnacht uns auf dem Weg Richtung Strand gemacht haben. Seit Samstag sind wir also in Canoa und morgen werden wir weiterfahren nach Puerto Lopez, da uns heute unsere Mentoren mitgeteilt haben, dass wir die ganze Woche frei haben wegen dem Streik, weil wir nicht in unsere Comunidades kommen wuerden, da die Strassen ja blockiert werden.
Es ist sehr schoen, sehr bewoelkt, aber trotzdem haben ALLE Sonnenbrand, auch ich leider. Wir verbringen die ganze Zeit am Strand, gehen jeden Tag surfen- und ja, ich kann mich sogar mittlerweile schon hinstellen, aber nur ganz kurz, dann lieg ich wieder im Wasser.
Ich bin gerade im einzigen Internetcafe, das es hier gibt und es ist ziemlich teuer. Naja, aber jetzt wisst ihr zumindest, wo ich bin und die ganze Woche noch sein werde. Aber ich hab mein Handy dabei auf das ihr mir gerne schreiben koennt (aber bitte nicht so lange smsen, da diese nicht ankommen) oder sogar anrufen koennt. Wie gesagt fahren wir morgen weiter nach Puerto Lopez und ich hoffe, dass es dort vielleicht mehrere und billigere Internetcafes gibt.
Am Wochenende werde ich dann ausfuehrlicher von unserem Strandurlaub berichten.

Camuendo

13. September 2009

Die letzte Woche habe ich in Camuendo verbracht und endlich auch meine Gastfamilie und mein neues zuhause kennengelernt. Am Montag war der erste Schultag und es wurde eigentlich nur geredet-allerdings auf Kichwa. Zwischendurch habe ich dann mal “Cielo Azul” und  “Señorita Yolanda Luna” gehoert und nachdem dann alle geklatscht haben, konnte ich mir denken, dass ich vorgestellt wurde. Spaeter wurde ich dann aber auch nochmal auf Spanisch vorgestellt. Meine Schule ist sehr schoen und die 7 Lehrer sind sehr nett und hilfsbereit. Die Schueler sind sehr zutraulich und egal wohin ich gehe, immer habe ich an jeder Hand 10 Kinder haengen. Besonders die kleinen Kinder aus dem Kindergarten sind suess, aber leider sprechen sie noch nicht so gut spanisch.
An meiner Schule gibt es 7 “niveles” mit ungefaehr jeweils 25 Schuelern und fuer jedes nivel ist ein Lehrer verantwortlich und unterrichtet es in allen Faechern ausser englisch. Die Schueler sind zwischen 4 und 12 Jahre alt. Diese Woche bin ich jeden Tag in verschiedene niveles gegangen, um mir den Unterricht anzusehen. Es ist schon sehr sehr anders als in Deutschland, nicht so streng, aber deswegen auch oft sehr chaotisch. Meinen Stundenplan habe ich auch bekommen. Ich werde montags und dienstags Englisch unterrichten, mittwochs Computerunterricht und donnerstags und freitags Sport.
Zu meiner Gastfamilie: Ich wohne ganz in der Naehe von der Schule (5 min. zu Fuss) in einem relativ grossen Haus. Meine Gasteltern, Roselina und Carlos sind Indígenas, sprechen aber (nicht ganz fehlerfrei) Spanisch. Mit mir reden sie Spanisch, aber ansonsten wird nur Kichwa gesprochen. Insgesamt habe ich 9 Gastgeschwister von denen allerdings nur noch 2 zu Hause wohnen. Sie heissen Sisa (14 Jahre) und Nestor (16 Jahre). Im “Haupthaus” gibt es einen kleinen Laden, Nestors Zimmer und ein zweites Stockwerk, das mir alleine gehoert. Von da oben habe ich einen wunderschoenen Blick aus meinem Fenster ueber den ganzen See San Pablo. Die Kueche ist ein Extrahaeuschen. Auch Toilette und Dusche befinden sich in einem Extrahaeuschen. Meine Aengste keine Toilette zu haben, sind gluecklicherweise verschwunden, denn die Toilette ist super und das Beste ist, es gibt sogar warmes Wasser zum Duschen. Im Gegensatz zu manchen anderen Volontaeren, geht es mir wirklich super und ich werde nur noch “Luxus-Kind” von den anderen genannt. In die Kueche, sowie in Dusche und Toilette gelangt man ueber den Hof. Ausserdem gibt es dann noch zwei weitere Haeuser, die zwei Soehnen gehoeren, die im Moment in Polen leben, so dass in dem einen Haus meine Gasteltern und in dem anderen meine Gastschwester wohnen. Ausserdem gibt es Meerschweinchen, Hasen und 3 kleine Hunde (davon 2 Welpen). Da ich schon die 4te Volontaerin in der Familie bin, sind alle schon daran gewoehnt und z.B. -zu meinem Vorteil- wissen sie, dass wir nicht so viel essen.
Ich nehme mal an, dass es schwer ist, sich das vorzustellen wie ich hier lebe, aber wie gesagt fuehle ich mich wohl, sowohl in der Schule als auch in der Familie.
Ab morgen muessen wir selber unterrichten und ich hoffe, dass ich mich in den Klassen durchsetzen kann..


Follow

Bekomme jeden neuen Artikel in deinen Posteingang.